2010
Freiheit die ich meine
Freiheit  die  ich  meine

Manch einer kennt dieses alte Freiheitskämpferlied aus dem 19ten Jahrhundert. Für mich hat dieser Satz seit einiger Zeit eine spezielle Bedeutung.

Viele Jahre habe ich täglich zu viel Alkohol getrunken und mir immer gesagt, ich könne jederzeit damit aufhören, doch ich habe bemerkt, wie ich statt weniger, mehr getrunken habe.

Immer häufiger drehten sich die Gedanken darum, ob ich genug Reserven an Bier hatte und wie ich das Leergutproblem am besten lösen könne. Es sollten ja nicht alle wissen, wie hoch der Konsum mittlerweile gestiegen war. Ich wurde ein Rechenkünstler, wenn es darum ging den Promillegehalt zu berechnen. (Restalkohol vom Vortag + neu getrunkenen Alkohol)

Ich wollte meinen Führerschein behalten, was dann aber auch danebenging. Für ein Jahr, neun Monate und sechs Tagen war ich ihn los. Zweimal musste ich zum sogenannten Idiotentest bis ich ihn wiederbekam.

Zudem kamen weitere Probleme. Der Magen machte mir Sorgen, da ich immer weniger essen konnte. Die Hände zitterten, wenn der Alkoholspiegel noch nicht im Limit war und oft wachte ich nachts schweißgebadet auf.

Zu Allem kamen dann auch die  Spannungen in der Familie und im Bekanntenkreis, der fast nur noch aus Menschen bestand, die auch gerne und viel Alkohol tranken. Als mir klar wurde, dass ich viele Dinge getan habe, die ich ohne Alkohol nicht getan hätte, habe ich mich entschlossen, nicht mehr zu trinken. Dies war vor vier Jahren. Ich besuchte den Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe in Hüttenbusch und erfuhr Hilfe durch die ähnlichen Probleme der Anderen im Umgang mit Alkohol und deren Erfahrungen mit der bewusst gewollten Abstinenz.

Was ist heute? Viele Probleme des Alltages sind so geblieben wie vorher, aber die Möglichkeiten sie zu bewältigen haben sich geändert. Dies hängt mit der wieder gewonnenen Freiheit zusammen. Jetzt kann ich zu jeder Zeit ins Auto steigen und ohne Angst erwischt zu werden fahren.  Oftmals kamen mir damals gute Gedanken in den Kopf, die ich aber aufgrund meines Alkoholspiegels nicht mehr in der Lage war umzusetzen.

Heute kann ich jederzeit telefonieren ohne die Angst, der Andere würde merken, dass ich schon wieder zu viel getrunken habe. Ich kann mich auch am Morgen mit anderen treffen, ohne an eine Alkoholfahne und Körperausdünstungen des vergangenen Abends zu denken.

Mit anderen Worten: Die neu gewonnene Freiheit hat wieder Möglichkeiten eröffnet, die ich mir früher schlicht verbaut habe  und ich kann mich darüber freuen. Wieder ernst genommen zu werden, ob in der Familie oder im Bekanntenkreis, der sich auch geändert hat, ist für mich eine gute und neue Erfahrung geworden.

Alkohol ist und bleibt die Volksdroge Nummer eins. Daran wird sich auch nichts ändern, denn zu viele verdienen damit zu viel Geld und außerdem ist Alkohol gesellschaftsfähig.

Wenn Sie persönlich merken, dass ein Leben in der Abhängigkeit nicht von Lebensqualität geprägt ist, dann sollten Sie auch diesen Entschluss fassen und  mit dem Trinken aufhören. Im Freundeskreis hier am Ort können wir Ihr Problem nicht lösen aber wir können Ihnen Hilfen anbieten.

Wir treffen uns an jedem Montag um 20 Uhr im Gemeinderaum der Hüttenbuscher Kirche.

Telefonische können Sie uns unter den Rufnummern  04794/95062
oder 04792/ 7020 erreichen.
 
Aufruf des FK Hüttenbusch

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