Selbsthilfe ist wichtigster Weg aus der Sucht
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Landesverband tagt in Wunstorf/Klinikum für großartige Unterstützung ausgezeichnet
WUNSTORF -pot- Der FreunÂdesÂkreis für SuchtÂkranÂkenÂhilfe LanÂdesÂverÂband NieÂderÂsachÂsen stellte bei seiÂner DeÂleÂgierÂtenÂverÂsammÂlung unÂter der LeiÂtung seiÂner VorÂsitÂzenÂden, der WunstorÂfeÂrin EliÂsaÂbeth SteÂge, im SoÂziÂalÂzenÂtrum des KliÂniÂkums neÂben den übÂliÂchen ReÂguÂlaÂrien das Thema "ÂDeÂpresÂsioÂnen und Sucht" in den MitÂtelÂpunkt. Dazu reÂfeÂrierte der ChefÂarzt der hieÂsiÂgen SuchtÂkliÂnik, Dr. GreÂgor KöÂneÂmann.
Der LanÂdesÂverÂband hat weit mehr als 1.000 einÂgeÂtraÂgene MitÂglieÂder. Er erÂreicht mit seiÂnen vielÂfälÂtiÂgen AnÂgeÂboÂten, wie uns EliÂsaÂbeth Stege sagÂte, in rund 80 GrupÂpen mit 120 GeÂsprächs- ÂkreiÂsen WoÂche für WoÂche mehr als 1.500 beÂtrofÂfene MenÂschen und deÂren AnÂgehöÂriÂge. WichÂtigsÂtes Ziel ist daÂbei, dass die BeÂtrofÂfeÂnen selbst zuÂfrieÂden abÂstiÂnent leÂben.
Der WunstorÂfer FreunÂdesÂkreis, der im MoÂment elf MitÂglieÂder zählt, trifft sich imÂmer freiÂtags ab 19.30 Uhr im GeÂmeinÂdeÂhaus der Stifts-KirÂchenÂgeÂmeinÂde. Er ist jeÂderÂzeit für weiÂtere InÂterÂesÂsenÂten ofÂfen.
Vor dem ofÂfiÂziÂelÂlen BeÂginn der VerÂsammÂlung üÂberÂreichte die VorÂsitÂzende dem PfleÂgeÂdienstÂdiÂrekÂtor, DieÂter SaÂlewÂski, eine große EhÂrenÂurÂkunde als Dank und AnÂerÂkenÂnung für die vorÂbildÂliÂche, wegÂweiÂsende UnÂterÂstütÂzung der SelbstÂhilÂfeÂgrupÂpen durch das WunstorÂfer KliÂniÂkum der ReÂgion. Wie SaÂlewÂski sagÂte, ist die ArÂbeit der SuchtÂkranÂkenÂhilfe ein weÂsentÂliÂcher, unÂverÂzichtÂbaÂrer BeÂstandÂteil der TheÂraÂpie. Das würde nicht zuÂletzt daÂdurch unÂterÂstriÂchen, dass im KliÂniÂkum für den BeÂreich der SelbstÂhilfe mehÂrere komÂpeÂtente AnÂsprechÂpartÂner zur VerÂfüÂgung stänÂden. SaÂlewÂski: "Wir nehÂmen die AufÂgaÂben und MögÂlichÂkeiÂten der SelbstÂhilfe sehr ernst. Dafür steÂhen auch für AußenÂsteÂhende im SoÂziÂalÂzenÂtrum zahlÂreiÂche InÂforÂmaÂtioÂnen zur VerÂfüÂgung. Wie KöÂneÂmann in seiÂnem ReÂfeÂrat ausÂführÂte, komÂmen DeÂpresÂsioÂnen und Sucht häuÂfig geÂmeinÂsam vor. Sucht würde nicht zwangsÂläuÂfig eine deÂpresÂsive EntÂwickÂlung nach sich zieÂhen. UmÂgeÂkehrt wäre es der gleiÂche Fall.
Aus eiÂner DeÂpresÂsion erÂgebe sich nicht unÂbeÂdingt eine AbÂhänÂgigÂkeit. Beide KrankÂheitsÂverÂläufe hätÂten, wenn sie parÂalÂlel verÂlauÂfen, EinÂfluss aufÂeinÂanÂder. Beide KrankÂheiÂten sind nach seiÂnen AusÂführunÂgen eiÂgentÂlich nicht grundÂverÂschieÂden, weil zwiÂschenÂzeitÂlich beÂkannt ist, dass psyÂchiÂsche ErÂkranÂkunÂgen sich imÂmer aus eiÂnem komÂpleÂxen Bild erÂgeÂben. Sie würÂden nicht so einÂfach vom HimÂmel falÂlen. VielÂmehr käÂmen hier mehÂrere Dinge zuÂsamÂmen, wie zum BeiÂspiel eine geÂwisse AnÂfälÂligÂkeit, beÂsonÂdere LeÂbenÂsumstänÂde, akÂtuÂelle SiÂtuaÂtioÂnen wie Stress, und nicht zuÂletzt auch BeÂlasÂtunÂgen aus der KindÂheit.
Beide KrankÂheiÂten wären mit viel besÂseÂren ErÂfolÂgen beÂhanÂdelÂbar als allÂgeÂmein anÂgeÂnomÂmen würÂde. SuchtÂkrankÂheiÂten hätÂten zwar den Ruf, schlecht beÂhanÂdelÂbar zu sein, was aber so nicht stimÂmen würÂde. Die ErÂfolge wären hier in etwa ebenso gut wie bei anÂdeÂren KrankÂheiÂten auch, alÂlerÂdings nicht in ersÂter LiÂnie mit MeÂdiÂkaÂmenÂten. GeÂrade bei SuchÂterÂkranÂkunÂgen würÂden MeÂdiÂkaÂmente eiÂgentÂlich nur in akuÂten PhaÂsen eine große Rolle spieÂlen. Die meisÂten von ihÂnen wären nicht mit eiÂnem AbÂhänÂgigÂkeitsÂpoÂtenÂzial verÂseÂhen.
Durch ihre EinÂnahme würÂden keine graÂvieÂrenÂden NachÂteile entÂsteÂhen. Es würde auch keine AbÂhänÂgigÂkeit durch sie entÂsteÂhen, aber es stellÂten sich BeÂdinÂgunÂgen ein, durch die beÂtrofÂfene MenÂschen wieÂder staÂbil würÂden.
FoÂto: pot
vom 19.03.2011 | Ausgabe-Nr. 11BÂ Â Â Wunstorfer Stadtanzeiger |