Am Freitagnachmittag trafen die Teilnehmer*innen in den bekannten Räumen der Landvolk Hochschule in Oesede ein, um die Zimmer zu beziehen. Dort gab es bereits als erste Stärkung Kuchen und Kekse.
Gemeinsam gestartet wurde dann um 18 Uhr mit einem Abendessen in gewohnt hervorragender Qualität. 21 zum Teil langjährig bekannte Teilnehmer*innen waren gespannt, was die erfahrene Dozentin Angelika Kaufmann erstmals für dieses Thema für den Freundeskreis vorbereitet hatte. Als erste Arbeitseinheit haben wir uns nach der obligatorischen Vorstellungsrunde im gut vorbereiteten Seminarraum mit dem Gesundheitsbegriff nach der WHO-Definition beschäftigt.
Am Samstag wurde nach dem gemeinsamen Frühstück zum Foto-Shooting aufgerufen, um alle Teilnehmer*innen möglichst frisch in Erinnerung zu behalten.
Zum Einstieg im Seminarraum gab es ein „Fühl-Spiel“, wobei kleine Alltagsgegenstände mit geschlossenen Augen herumgereicht wurden. Das Fazit des Spiels: Man kann nur das Erkennen, was einem irgendwann schon einmal im Leben begegnet und bekannt geworden ist.
Anschließend wurde an das Thema vom Vortag angeknüpft. In weiteren Gruppenarbeiten wurden die Themen des Seminars vertieft. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden für alle Teilnehmer*innen im Seminarraum an den Moderationswänden vorgestellt. Durch die dadurch entstehenden Diskussionen konnte ein umfassender und zum Teil auch sehr intensiver, manchmal turbulenter Austausch erfolgen. Kleines Zwischenfazit: Fast immer geht eine Sucht mit psychischen Erkrankungen einher, was durch die Erfahrungen der anwesenden Betroffenen und Mitbetroffenen auch bestätigt werden konnte.
Durch den sehr persönlichen Vortrag eines Teilnehmers, entstand eine neue Seminar-Idee „Glaube und Sucht“, da der Glaube, in welcher Form auch immer, unterstützen kann, eine Suchterkrankung zu bewältigen.
Am Nachmittag hat uns Angelika Kaufmann dann die Achtsamkeits-8 und die Verbindung zum limbischen System vorgestellt.
Im Anschluss daran gab es eine erneute, intensive Gruppenarbeit zu Anzeichen der Sucht als psychische Erkrankung, negative Veränderungen und der Umgang damit. Auch hier gab es wieder intensiven Austausch, so dass das Thema erst am Sonntag abgeschlossen werden konnte.
Der Samstag schloss dann mit dem gemeinsamen Abendessen ab und die meisten Teilnehmer*innen trafen sich anschließend noch zum Eisessen im „San Remo“, dem fußläufig erreichbaren Eiscafé im gleichen Stadtteil Oesede in Georgsmarienhütte.
Nach dem Frühstück am Sonntag mussten schon wieder die Zimmer geräumt werden. Es schloss sich ein leichter Morgensport im Teilnehmerkreis an, bevor das Thema vom Vortag abgeschlossen werden konnte. Weiteres Fazit: Unsere über-konsumierende Leistungsgesellschaft befördert immer stärker psychische Erkrankungen und steigender Leistungsdruck treibt Menschen häufig in die Abhängigkeit. Fraglich ist, wer überhaupt krank ist. Frei nach Manfred Lütz: „Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.“
Die letzten Süßigkeiten (an dieser Stelle Dank an Ingrid Märtz) waren fast bewältigt als der Seminarraum mittels Yoga-Matten für eine meditative Traumreise vorbereitetet wurde. Angelika Kaufmann ist es mit einer Mischung aus sprachlicher „Reiseleitung“ und passender Musik alle Teilnehmer*innen dieser Einheit auf eine entspannende Reise zu schicken. Das Seminar endete dann (viel zu schnell) mit einem gemeinsamen Mittagessen.
Mein persönliches Fazit: Ich war das erste Mal aber bestimmt nicht das letzte Mal in Oesede dabei. Ich habe wieder tolle Menschen des Freundeskreises kennengelernt und konnte intensive und persönliche Gespräche führen.
An dieser Stelle danken wir Wilhelm Märtz für die professionelle Organisation und Angelika Kaufmann für die hervorragende Vorbereitung dieses nicht einfachen Themas und die Geduld mit einem zum Glück sehr lebhaften Teilnehmerkreis 8-)
Carsten Franck
